Die Bettelampel muss weg

Bettler und Ampel
Die Bettelampel

Sind Autofahrer rücksichtsloser als Radfahrer? Nein, aber die Verkehrsplaner sind es! Ihr Weltbild stammt noch aus dem vergangenen Jahrhundert: Autofahrer sind die Prinzen, die anderen das Gesindel. Deshalb richten Verkehrsplaner  für Autos Komfortzonen ein und lassen Fußgänger und Radfahrer im Regen stehen. Ein besonderes Ärgernis für nichtmotorisierte Bürger sind die Bettelampeln.

Die Bettelampel zeigt immer Rot

Zeugnisse automobiler Arroganz sind die allseits unbeliebten Bettelampeln. Sie degradieren Fußgänger und Radfahrer zu Bettlern, zu unerwünschten Subjekten im öffentlichen Raum. Die Grünlichtbettler haben nicht Glück oder Pech wie andere, die eine Ampel erreichen, sie haben immer Rot, sie müssen immer warten.

Radfahrern den Flow nehmen

Ampeln, die nach einem Gefälle und vor einer Steigung platziert wurden, nehmen Radfahrern den nötigen Schwung. Sie hemmen den Flow. Entweder begreifen die Bettelampel-Befürworter begreifen diesen Zusammenhang nicht, oder sie quälen Radfahrer mit Absicht.

Im Grundgesetz heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Das Bettelprinzip darf also auch umkehrt werden. Hallo Verkehrsplaner, schaltet doch mal ’ne Autoampel auf Dauerrot. Wer grün haben will, muss einfach die Fensterscheibe herunterlassen und Knöpfchen drücken. Wann kommt die Bettelampel für Autofahrer?

6 Gedanken zu „Die Bettelampel muss weg

  1. Es geht aber definitiv auch anders: Wer öfter in den Niederlanden ist, weiß, dass es auch Ampelanlagen gibt, bei denen man als Radler oder Fußgänger nicht zum Bettler degradiert wird. Für die Autos gibt es Induktionsschleifen in der Straße (deren Bettelknopf), Radler und Fußgänger drücken auf den Knopf (und es gibt an JEDER einzelnen Ampel einen solchen), oft sind auch auf dem Radweg Induktionsschleifen verlegt. Es gibt in vielen Fallen unmittelbar grün, wenn man sich der Ampel nähert oder wenn man auf den Knopf drückt, und wenn es nicht unmittelbar ist, dann dauert bei weitem nicht so lang wie hier in Deutschland. ALLE Verkehrsteilnehmer profitieren davon, dass sich die Ampelschaltung extrem schnell und dynamisch an die Verkehrsströme anpasst (Radler und Fußgänger scheinen mir dabei bevorzugt werden?) Ich verstehe nicht, dass die hiesigen Ampelhersteller solche Systeme nicht bauen können bzw. die hiesigen Verkehrsbürokraten solche Systeme nicht einsetzen. Schaut zum Beispiel das Video auf http://www.trendmutti.com/2016/07/07/ampel-in-holland/. Und hier steht man als Auto, Radler oder Fußgänger (es trifft alle) als einziger Verkehrsteilnehmer weit und breit an einer roten Ampel …

    1. Hallo Vilmoskörte,
      viiiielen Dank für den Link. Bei solchen Videos merke ich immer wieder, wie weit wir in Deutschland verkehrstechnisch abgehängt sind. Alle profitieren von so einer Ampel … aber sag mal hier einem Verkehrsplaner, er möge doch auch an Induktionsschleifen für Radwege denken. Der fasst sich doch an den Kopf und rollt mit den Augen.
      Da helfen nur Austauschprogramme für Verkehrsplaner mit anderen Ländern. Wir müssen uns doch hier nicht durch jeden einzelnen Irrweg zur (fast) unfallfreien Stadt quälen, wenn es anderswo schon besser funktioniert. Wir können sofort von den Niederlanden lernen.
      Viele Grüße,
      Bernd Schmitt
      PS: Wieso werden für solche Ideen keine Nobelpreise vergeben?

  2. Bettelampeln müssten eigentlich (zumindest für Fußgänger) garnicht so schlimm sein. Sie sind einfach nur schlecht gemacht.
    Warum finden wir Bettelampeln denn so schlecht? Weil wir warten müssen.
    Warum muss das so sein? …
    Warum werden die Ampeln nicht so geschaltet, dass wir ankommen, drücken und dann (nachdem die Auto Ampel auf Rot geschaltet hat) grün bekommen. 5 Sekunden. Die kann ich als Fußgänger warten um sicher über die Straße zu kommen.
    Und damit auch der Autoverkehr nicht zu kurz kommt kann die Ampel danach einen Timer bekommen, der dem Autoverkehr Durchfahrtszeit einräumt. Aber bitte erst nach der Grünphase für Fußgänger und nicht vorher.

    1. Ja, das wäre eine Erleichterung, wenn man sofort grün bekommen würde. Ich habe gestern im katholischen Würzburg eine Nonne gesehen, die bei einer langen roten Drückampel über die Straße ist.. 😉 es wird Zeit, das dieses Auto-hat-Vorrang mal in Frage zu stellen. Leider haben wir einen Bundesverkehrsminister, der Fußgänger und Radfahrer nicht als Verkehrsteilnehmer, sonder als Hindernisse begreift.

  3. Es gibt einen anderen Fall:
    An Kreuzungen muss man die Bettelampel betätigen, um parallel zum Autoverkehr eine Kreuzung überqueren zu können. „Grün“ erhält man zum gleichen Zeitpunkt, in dem auch der parallel verlaufende Autoverkehr „grün“ erhält – aber nur, wenn man rechtzeitig vorher den Bettelknopf betätigt hat. Kommt man aber erst zu diesem Zeitpunkt am Bettelknopf an und drückt diesen auch nur eine Millisekunde „zu spät“, muss man auf seine Grünphase einen kompletten Ampelumlauf warten.
    Ich kenne kaum jemanden, der in dieser Situation stehen bleibt und (etliche Minuten) wartet; die meisten gehen (oder fahren) weiter, weil sie ja „eigentlich“ grün haben.
    Das führt allerdings zu einem Gewöhnungseffekt: Ampelsignale werden nicht mehr ernst genommen, und Leute laufen (oder fahren) auch dann über die Straße, wenn sie es eigentlich besser nicht tun sollten.
    Ob das der Verkehrssicheheit dient?

    1. Ja, wenn Ampelumläufe 2 oder 3 Minuten lange dauern, dann gehen die Leute bei Rot. Wie besagte katholische Ordenschwester (am Fuße des Wegs zur Würzburger Wallfahrtskirche Käppele).
      Die Ampeln werden nach einer klaren Priorität geschaltet, die Belange des Autoverkehrs haben immer Vorrang.
      Als Radfahrer benutze ich Schleichwege, um die Wartezeiten zu vermeiden, in denen ich ja auch ordentlich Abgase einatmen muss.

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