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Autofreier Sonntag

Autofreier Sonntag - dank Ölkrise.
Autofreier Sonntag 1973 – dank Ölkrise.

Früher war alles besser, da gab es nämlich den autofreien Sonntag, und zwar an vier Tagen im Jahr 1973. Die Autobahnen waren leer und die Straßen voller Fußgänger und Radfahrer. Alle Bürgerinnen und Bürger, ob motorisiert oder nicht, genossen sichtlich den Urlaub vom Auto.
Es spricht auch heute absolut nichts dagegen, an vier Sonntagen im Jahr das Gefährt in der Garage zu lassen. Vier autofreie Tage im Jahr können PS-Fetischisten ohne Entzugserscheinungen verkraften und ein Sonntag mit weniger Lärm, Stress und Unfällen wäre eine Erholung für uns alle. Das Szenario eines autofreien Sonntags:

  • Die gequälten Anwohner an den Einfallstraßen genießen die Ruhe und die frische Luft. Sie frühstücken auf dem Balkon.
  • Die Spaziergänger kommen ohne Slalom durch parkende Fahrzeuge zum Waldrand.
  • Man hört Kirchen- und Fahrradglocken statt Autolärm.
  • Am heiligen Sonntag wird weniger geflucht.
  • Weil kaum Unfälle passieren, können die Mitarbeiter der Rettungsdienste bei gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen.

Sie möchten den süßen Duft des autofreien Sonntags schon jetzt einmal schnuppern?
Unter dem Motto „Paris respire“ (Paris atmet) präsentiert sich die berühmte Champs-Elysées an jedem ersten Sonntag in Monat als Fußgänger- und Fahrradzone. Auf den zwei Kilometer langen Prachtboulevard darf dann endlich stressfrei flaniert werden.
Die 2016 gestartete Aktion geht auf Anne Hidalgo zurück, die erste Bürgermeisterin von Paris.  Die couragierte Frau setzt sich auch für den Ausbau der Straßenbahn und des Fahrrad-Leihsystems Velib ein. Ihr erklärtes Ziel ist es, dass der Prozentsatz an Radfahrern in Paris bis 2020 auf 15 % ansteigt.
Vielleicht setzen sich ja mal die Genussfreunde von der FDP für den Import des französischen Lebensgefühls ein. Mehr Savoir-vivre könnten wir in Deutschland gut gebrauchen. Ein Vorschlag für das Motto: „Freiheit ist Autofreiheit“.

Die schönste Nebenwirkung des autofreien Sonntags:
Die Ölscheichs würden nicht mehr so stark gemästet. Die extrem undemokratische Regierungen im Iran und Saudi-Arabien tragen ganz bestimmt nicht zum Weltfrieden bei. Warum unterstützt der aufgeklärte Westen im 21. Jahrhundert noch Menschen, die grausame Körperstrafen verhängen und den Terrorismus finanzieren? Weil die Ölgier den Verstand vernebelt.
Mit dem Entzug der Petrodollars würde die Position der Despoten geschwächt.

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2 thoughts on “Autofreier Sonntag

  1. Wäre das ein Fest! Eine schöne Vorstellung für mich sonntags mal mit dem Rad auf der A2 umherzugurken 😉
    Aber auch jetzt kann man das erleben. Immer wenn .de bei der WM antritt ist es fast autofrei.

    1. Ich muss auch wieder fast ein Jahr warten, bis ich auf der Autobahn radeln darf.. bei der Berliner ADFC-Sternfahrt geht das wieder, auf der AVUS und er Stadtautobahn… also dem zukünftigen Radschnellweg. Kann mich aber auch noch an die autofreien Sonntage von 1973 erinnern, so gerade noch. Meine Familie hat es genossen, obwohl wir keien Ökos waren 😉

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