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Visionär Adam Opel

Ein Fahrrad von Opel.
Opel bürgt für höchste Qualität.

Ständig diese Beiträge über SUV’ler, Raser und Dieselbetrüger … bei Autoherstellern genießt die Radkolumne, um es vorsichtig auszudrücken, keinen guten Ruf.
Wer hier liest oder gar wohlwollend kommentiert, setzt sich dem Verdacht der Technikfeindlichkeit, ja der Menschenfeindlichkeit aus. Damit dieses Zerrbild wieder gerade gerückt wird, widmet sich die Radkolumne heute einem Pionier des deutschen Fahrzeugbaus: Adam Opel.

Adam Opel erblickt 1837 in Rüsselsheim das Licht der Welt, und zwar als  ältester Sohn des Schlossermeisters Philipp Wilhelm Opel. Beim Vater geht der Familienmensch dann auch gleich in die Lehre. Nach den Lehr- und Wanderjahren, Adam Opel bereiste Belgien, England und Frankreich, gründet er 1862 in seiner Heimatstadt eine Nähmaschinenfabrik. 1868 heiratet er. Weil er das Potenzial des Fahrrads erkannt hat, beginnt Opel mit der Produktion. Die Firma blüht schnell auf und entwickelt sich zum größten Fahrradhersteller Deutschlands. 1927 sind die Opel-Werke der größte Fahrradhersteller der Welt. Eine vergleichbare Stellung auf dem Fahrradmarkt nimmt heute der niederländische Konzern Accell ein.

Wirtschaft heißt Wandel

Und die Moral von der Geschicht‘? Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass eine Firma immer die gleichen Produkte herstellen muss.
Ein gesunde Firma produziert, was gebraucht wird. Ob das Nähmaschinen, Fahrräder oder Automobile sind, entscheidet der Markt. Keine Industrienation geht zugrunde, weil Unternehmen ihre Produktion den Bedürfnissen der Menschen anpassen. Niemand braucht in Schnappatmung zu verfallen, wenn in Deutschland keine Autos mehr hergestellt werden. Wirtschaft heißt Wandel. Alles ist gut. Eine Deindustriealisierung findet nicht statt.

Adam Opel starb 1895, noch vor der Produktion des ersten Opel-Automobils. Überliefert ist , was er beim Anblick eines Automobils ausgerufen haben soll:

„Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen!“

Adam Opel (1837-1895) Quelle: Opel Jugend Kalender 1965, S. 31

Halten wir das Vermächtnis von Adam Opel in Ehren!

Fun Fact: Bis 1989 existierte in Deutschland der Ausbildungsberuf des Nähmaschinen- und Zweirädermechanikers.
Wer heute in das Fahrradhandwerk einsteigen möchte, absolviert eine 2-jährige Ausbildung zum Fahrradmonteur oder 3 1/2-jährige Ausbildung zum Zweiradmechatroniker.
Der Zweiradmechtroniker bietet zwei Fachrichtungen, nämlich Fahrradtechnik und Motorradtechnik. Alles ohne Nähmaschinenkunde.

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2 thoughts on “Visionär Adam Opel

  1. Dein Artikel über Adam Opel ist ‚wieder mal‘ ein Sahnestückchen velophiler Berichterstattung! Es gibt im Ruhrgebiet sogar einen Fahrradladen, der die unmotorisierten zweirädrigen Produkte aus dem Hause Opel zum Motto der Dekoration erhoben hat; was sind da für schöne Pedalflitzer dabei!!!
    Daß Adam selbst die Autoproduktion nicht mehr erlebt hat, sie sogar negativ konnotiert war mir neu.
    gruß bernd

    1. Hallo Namensvetter, danke für das Feedback… bin eher zufällig auf die Opel-Story gestoßen, weil ich nach Fahrradbildern gegoogelt habe. 😉
      Grüße nach Kassel,
      Bernd Schmitt

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