Unfallstadt München

Unfallstadt München
Unfälle häufen sich. München ist für Kinder eine gefährliche Stadt.

München ist eine urige Millionenstadt und im Vergleich zu Berlin viel sicherer? Von wegen! München zählt zu den gefährlichsten Städten Deutschlands. An der Isar lernen die Kinder das Fürchten und Beten.
Die Autos sind die Bestimmer. Geh‘ bei Grün? Gar nicht so einfach, denn in München parken Fahrer ihren Jeep auch gerne dem Überweg. Für die Polizei ist gefährliches Parken nur ein Kavaliersdelikt.

Wer über die Straße will, braucht Begleitschutz. Nicht immer ist eine Erzieherin anwesend, die die Gefahrenstelle meistern kann. Wehe, ein lebhaftes Kind macht einen falschen Schritt.
Die Straßen Münchens werden immer tödlicher. 19 Menschen starben 2016 auf den Straßen in und um München. 2017 kamen schon 27 Menschen ums Leben. 9 Opfer waren Fußgänger, so die Polizeistatistik. Ein Vergleich der Todeszahlen zwischen München und Berlin:

  • München: 1,9 Millionen Einwohner (Stadt und Landkreis), 27 Verkehrstote im Jahr 2017.
  • Berlin: 3,6 Millionen Einwohner, 34 Verkehrstote im Jahr 2017.

München eine besonders schmutzige und gefährliche Metropole, weil die verkehrspolitischen Weichen 1996 falsch gestellt wurden. In diesem Schicksalsjahr setzten sich die Ideologen der autogerechten Stadt mit einer hauchdünnen Mehrheit durch.

Der Münchner Bürgerentscheid von 1996

München ist mit der Katastrophe von 1996 gekippt, dem ersten Münchner Bürgerentscheid: 1995 organisierte eine Gruppe von CSU-Politikern, unterstützt durch ADAC und Wirtschaftverbände, das Bürgerbegehren Drei Tunnel braucht der Mittlere Ring. Am 23. Juni 1996 entschieden sich 50,7 Prozent der Münchner Bürgerinnen und Bürger für die Tunnel-„Lösung“. Jetzt sind die Tunnel in Betrieb und der Mittlere Ring ist zum automobilen Aufmarschgebiet geworden. Die Folgen:

  • Junge Mordraser werden zum innerstädtischen Training animiert. Im Petueltunnel fahren sie innerstädtisch 160 km/h.
  • Die schwachen Verkehrsteilnehmer müssen den Münchner Autowahn mit Verletzungen und Tötungen bezahlen.
  • Münchens Sicherheit ist gesunken.
  • Der Zombie autogerechten Stadt lebt in und um München. Autobahnkreuze werden 10-spurig und zweistöckig (mindestens).
  • Die Straßen oberhalb der Tunnel sind bereits wieder mit Autos belastet.  Es gibt keinen Entlastungseffekt.
  • Die Münchnerinnen und Münchner sind so unzufrieden wie vor dem Tunnelbau. Sie beklagen sich über den Stau, den sie selbst verursachen.

Der Autoverkehr polarisiert München, die Kinder sind die Verlierer. Die Hoffnungslosigkeit zeigt sich an diesem Anti-Fahrrad-Artikel der Süddeutschen Zeitung: Man will ja keine Unfälle, aber der Radler ist selbst schuld. Und mit Helm wird alles besser.
München ist auf Jahrzehnte hinaus verlorenes Terrain. Der Autoverkehr wird in der Unfallstadt München noch viele sinnlose Opfer fordern. Da sind Hopfen und Malz verloren.

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