Rad statt Ritalin

Ritalin.
Gegen den Zappelphilipp hilft eine geballte Ladung Ritalin. Sagen die Experten.

Jetzt ist es wieder so weit, die Schule beginnt. Doch wer an einer Lehrerzimmertüre lauscht, hört ein großes Wehklagen: Immer mehr Schülerinnen und Schüler sind hyperaktiv, also vom Zappelphilipp-Syndrom betroffen. Nun stammt der Zappelphilipp ja aus dem Struwwelpeter, ganz neu ist das Phänomen also nicht. Relativ neu ist allerdings das Gegenmittel.

Ritalin zum Frühstück

Als Beruhigungsmittel für hyperaktive Kinder hat sich das Medikament Ritalin durchgesetzt. Der Name der Beruhigungstablette ist schon so weit in die Alltagssprache eingedrungen, dass Lehrer und Erzieher von „Ritalinkindern“ sprechen, ohne mit der Wimper zu zucken. Praxisbeispiel: „Ich habe fünf Ritalinkinder in der Klasse … Jan, Uli, Henriette, Jasmin und Nadine“.
Hinterfragt wird der Medikamenteneinsatz gegen den kindlichen Bewegungsdrang kaum noch. Was ein Arzt verschrieben hat, wird schon seine Richtigkeit haben. Doch wie wäre es mal mit Ursachenforschung für die ADHS-Epidemie?

Taxieltern und Ritalinkids

Man muss nicht Psychologie studiert haben, um zu erkennen, dass Kinder über einen starken Bewegungsdrang verfügen. Dieser natürliche Drang wird schon vor Schulbeginn durch Eltern ausgebremst, die ihren Nachwuchs auf der Rückbank in die Schule verfrachten. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Kleinen zu Schulbeginn erstmal über die Bänke steigen, anstatt dem Unterricht zu lauschen.

Fahrrad statt Ritalin

Wie lässt sich das Zappelphilipp-Syndrom nachhaltig stoppen, und das auch noch ohne Nebenwirkungen? Mit der Bekämpfung des Elterntaxi-Syndroms. Wenn ein Kind am Morgen nämlich nicht chauffiert wird, sondern aktiv in die Pedale tritt, dann fällt das Stillsitzen im Unterricht leichter.

Unsere Städte brauchen kindersichere Radwege und unsere Schulen ordentliche Fahrradstationen. Nicht die alten, muffigen Fahrradkeller mit Treppe, sondern bequem erreichbare Räumlichkeiten, in der die Schülerinnen und Schüler auch kleine Reparaturen selbst durchführen und ganz praktisch einige Dinge aus dem Physikunterricht nachvollziehen, zum Beispiel zur Funktionsweise eines Fahraddynamos. Liebe Stadtplanerinnen und Schulhausarchitekten, machen Sie sich ans Werk.

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